In unserem Unterricht steht eine Leitfrage im Mittelpunkt:
Wie können wir eine gemeinsame Aufgabe so gestalten, dass jede Schülerin und jeder Schüler den eigenen Lernweg wählen kann – und dennoch alle am Ende dieselbe Kernfrage beantworten?
Um das zu ermöglichen, arbeiten wir mit einem offenen Aufgabenformat, das sich „Du-kannst-Aufgabe“ nennt. Es bietet verschiedene Zugänge zu einem Lerngegenstand, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und mehrere kreative Wege, ein Thema zu verstehen und zu bearbeiten. Die Lernenden entscheiden selbst, welcher Weg sie am besten weiterbringt – und dokumentieren ihren Lernprozess.
Das Szenario
Ausgangspunkt ist ein gemeinsamer Impuls: eine Fragestellung, die Anlass zum Nachdenken gibt. Zu dieser Leitfrage entwickeln die Schülerinnen und Schüler individuelle Lernwege.
Die Angebote reichen dabei von klassischen Arbeitsformen (z. B. Schreiben, Begründen, Recherchieren) bis hin zu digitalen Produktionen wie Video, Audio, Grafik, Chat-Story oder interaktiver Präsentation. Alle Lernwege führen zu einem gemeinsamen Ziel: die Kernfrage auf der Grundlage eigener Erkenntnisse beantworten zu können.
Was macht dieses Format besonders?
- Eigenständigkeit und Verantwortung: Jede Entscheidung – welche Aufgabe gewählt wird, wie sie gelöst wird und wie Zwischenschritte dokumentiert werden – gehört zur individuellen Lernleistung.
- Vielfalt statt Einheitslösung: Unterschiedliche Begabungen und Stärken werden sichtbar, denn Lernende gestalten ihre Produkte selbstständig.
- Digitale Lernwege: Moderne Medien werden bewusst genutzt, um Inhalte kreativ und nachhaltig aufzubereiten.
- Gemeinsame Auswertung: Am Ende werden die individuellen Ergebnisse in der Klasse zusammengeführt, verglichen und reflektiert. So entsteht ein gemeinsames Verständnis – trotz unterschiedlicher Wege.
Warum tun wir das?
Der Ansatz erweitert klassische Unterrichtsformen und stärkt Kompetenzen, die für eine digitale und vernetzte Welt wichtig sind: selbstständig lernen, kreativ denken, kooperieren und verantwortungsvoll mit Medien umgehen (vgl. Orientierungsrahmen Medienbildung Niedersachsen ).
Gleichzeitig bleibt das fachliche Lernen klar strukturiert: Die Angebote sind auf ein gemeinsames Thema bezogen, fachlich präzise und ermöglichen differenzierte Zugänge für alle Lernenden.